Die Geschichte

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Die Lucca Ebene wurde in der Antike von zahlreichen Adern des Flusses Auser, dem heutigen Serchio durchquert. Entlang des Flusslaufes gab es schon ab der Bronzezeit Ansiedlungen. Ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. wurde das Flachland stark von den Etruskern besiedelt. Der Fluss war sowohl Bewässerungsquelle, als auch wichtiger Kommunikations- und Handelsweg. Die Apuaner, hingegen, siedelten sich ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. im Gebirge des Serchiotals an.
Die Stadt Lucca, wie wir sie heute sehen, wurde von den Römern im Jahre 180 v. Chr. gegründet, nach einem blutigen Krieg gegen die Ligurier, die dem Vorschreiten Roms starken Widerstand geleistet hatten.

Der heutige Stadtplan bewahrt die orthogonale römische Form, die ursprüngliche Unterteilung innerhalb der Stadtmauer des 2. Jh. V. Chr., wie es das Straßennetz der Altstadt bezeugen kann. Am Kreuzungspunkt der Hauptachsen Cardo und Decumanus, wo sich einst das Forum befand, offenbart sich heute einer der wichtigsten und eindrucksvollsten Plätze der Stadt. Auf diesem Platz wurde die Kirche San Michele in Foro errichtet. Der Cardo und der Decumanus entsprechen den heutigen Hauptachsen der Altstadt: Via Fillungo – Via Cenami bzw. Via San Paolino – Via Santa Croce.

Im augusteischen Zeitalter erlebte die römische Stadt ihren Hochglanz mit dem Bau des Theaters, der Umgestaltung des Forums und der vollständigen Urbanisierung. Das monumentale Amphitheater wurde in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. außerhalb der römischen Stadtmauer errichtet.

Die Geburt der Stadt
Noch heute erforscht man die Urspünge Luccas. Einige Historiker schreiben den Liguriern die ersten Ansiedlungen zu. Das Toponym „Lucca“ soll vom ligurisch-keltischen Wort Luk stammen, zu Deutsch „sumpfiger Ort“; Luk ist aber ebenso auf das Wort „luce“ zurückzuführen und deute so auf eine Lichtung in der Vegetation hin. Andere Forscher stützen sich auf jüngste archäologische Funde und schreiben den Etruskern die Entstehung der Stadt zu.

Lucca entstand in einem weiten sumpfigen Gebiet, das sich durch die Flussadern des Ausers gebildet hatte. Der Fluss bereitete der Stadt aufgrund der wiederholten Überflutungen nicht wenige Probleme. Jahrhunderte später ließ der 560 n. Chr. gewählte Bischof Frediano einen hydraulischen Eingriff vornehmen, der den Flusslauf umleitete. Dieses Werk führte zur Intensivierung der Landwirtschaft, die mit der kompletten Urbarmachung des Tales im Hochmittelalter ihren Höhepunkt erlebte.