Lucca und ihre Stadtmauer

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Die Stadtmauer

In ihrer heutigen Dimension ist die Stadtmauer das berühmteste Identitätsmerkmal der Stadt Lucca.
Dieses imposante, vollständig erhaltene Monument erstreckt sich auf einer ununterbrochenen Länge von über 4 Kilometern, 12 Metern Höhe und ist von 75 Hektar Grünfläche umgeben.

Der aus rotem Backstein erbaute Mauerring mit seinen Bastionen (baluardo) und Kurtinen wurde zwischen Mitte des 16. und Mitte des 17. Jahrhunderts als Verteidigungsfestung erbaut.

Die Stadtmauer in der Geschichte

Der Mauerumfang wurde im Verlauf der Geschichte Luccas, bereits ab dem römischen Zeitalter, mehrmals modifiziert und erweitert. Grund war die demographische Zunahme und die Evolution der militärischen-architektonischen Verteidigungstechniken und der Feuerwaffen.       

Der erste Mauerring wurde im 2. Jahrhundert v. Chr. errichtet und entspricht dem Grundriss der römischen Stadt. Zur Zeit der Kommune wurde eine neue Mauer als Erweiterung des römischen Verteidigungswalls auf der östlichen und nördlichen Seite erbaut und die Kirche San Frediano eingeschlossen, die im 13. Jahrhundert fertiggestellt worden war. Via Fillungo wurde zur Hauptader der Stadt. Eine dritte Erweiterung der römischen Mauer wurde im 14. Jahrhundert unternommen. Der Umfang dieser Mauer entsprach fast dem heutigen.

Der letzte Eingriff, der zum heutigen Aussehen der Mauer führte, begann 1513. Experten aus ganz Italien und aus dem Ausland verwandelten die Bauarbeiten an der Stadtmauer Luccas zu einem Schauplatz der neusten militärisch-architektonischen Theorien und Lehren. 

 

Von der Verteidigungsfestung zum Stadtpark  

Bis heute hat sich die Stadtmauer in ihrer Integrität erhalten: Luccas Bewohner ist ihr Bau und Erhalt zu verdanken, denn sie erwarben den Mauerring nach der Vereinigung Italiens vom Staat erworben. Dieser hätte sie wahrscheinlich demolieren lassen.       

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts verliert die Stadtmauer ihre Verteidigungsfunktion. Maria Luise von Spanien veranlasst ihre Umwandlung in einen großen Stadtpark für die Bürger. Es folgte eine großangelegte Bepflanzung mit hochstämmigen Baumgewächsen.

Die Stadtmauer hat sich von der Verteidigungsfestung zum Monument des Friedens und der Kultur verwandelt; ein herzliches Willkommenssymbol und eine Einladung die Innenstadt mit all ihrer Pracht, ihrer Architektur, ihren Gassen und ihren verborgenen Geheimnissen zu besuchen.

 

Ein Spaziergang um die Stadt
Heute ist die Stadtmauer Luccas eine Promenade weltweit ohne gleichen. Sie bietet eine grenzenlose Aussicht auf Monumente, Kirchen und Palazzi der Stadt. Der Spaziergang um die Altstadt kann von der Bastion Baluardo Santa Maria aus beginnen, auf dem sich ab 1840 das Antico Caffè delle Mura befindet. Von hier aus der Abstieg in Richtung Piazza Napoleone bis zum Stadtzentrum in Piazza San Michele.           

Weiter führt der Spaziergang auf der Mauer zu Baluardo San Colombano, wo sich Reste der Mauer des 13. Jahrhunderts und ein Wachtturm der ersten Eingriffe des 16. Jahrhunderts befinden. Von hier aus ist die Apsis der Kathedrale San Martino zu bewundern. Weitere Etappe ist Baluardo San Regolo, an der die Anlage des Botanischen Gartens grenzt und von wo aus der Lauf des alten öffentlichen Kanals (die „Fossi“) zu sehen ist.             

Nach dem Baluardo Libertà gelangt man zum Stadttor Porta Elisa, das die Prinzessin Elisa Baciocchi, die Schwester Napoleons, errichten ließ um einen Zugang in die Stadt von östlicher Richtung zu öffnen. Von Porta Elisa führt der Abstieg zur Straße Via Elisa. Ein Rundgang in die Geschichte der Stadt im Rücklauf: von dem schönen neoklassischen Tor aus weißem Marmor gelangt man zur ehemaligen Klosteranlage San Micheletto und zur prächtigen Villa Buonvisi „al Giardino“. Der Weg führt durch den mächtigen mittelalterlichen Torturm – nach den Heiligen Gervaio und Protasio benannt – und weiter bis zum Platz Santa Maria Forsis Portam („außerhalb des römischen Tors“). An dieser Stelle ist die antike römische Struktur der Stadt und der Decumanus, der Hauptader der römischen Stadt, in der Via Santa Croce, eindeutig wahrzunehmen.

Weiter führt der Spaziergang auf der Stadtmauer über die Kurtinen und die Bastionen Baluardo San Salvatore, Baluardo San Pietro und Baluardo San Martino bis zu Baluardo San Frediano. Der Blick trifft hier auf die Apsis der Kirche San Frediano und die herrliche Gartenanlage des 18. Jahrhunderts des Palazzo Pfanner. Die Außenseite der Mauer ist von einer breiten Grünfläche umsäumt, eingeschlossen von Baumalleen und der Hügellandschaft Luccas.

Von hier aus der Abstieg in Richtung der Basilika San Frediano, Piazza Anfiteatro und Via Fillungo.   

Die Promenade verläuft weiter über die Bastionen Baluardo Santa Croce und Baluardo San Donato. Der Abstieg an dieser Stelle bringt den Spaziergänger zum Endpunkt des Decumanus Massimus (Via San Paolino). An Baluardo San Paolino endet der Rundspaziergang.

 

L'Opera delle Mura di Lucca

1999 wurde von der Stadtverwaltung die Institution „L’Opera delle Mura“ di Lucca gegründet. Schwerpunkt ihrer Aktivität ist die Pflege und die Werterhaltung der Mauerfestung, des Botanischen Gartens, der Türme Torre Guinigi und Torre delle Ore und der Parkanlagen der Stadt. Ihren Sitz hat die „Opera delle Mura“ im Kastell des ehemaligen Stadttors Porta San Donato Nuova. Zuständigkeitsgebiet dieses Amts ist die Instandhaltung und Verwaltung der Lizenzierung zur Privatnutzung der verschiedenen Gebäude durch örtliche Vereine und Verbände. Zudem gehört zu dessen Aufgaben die Promotion dieses Baudenkmals durch Studien und kulturelle Veranstaltungen.

www.lemuradilucca.it