Panoramablick von oben auf den grünen Garten der Villa Reale di Marlia. Links ist die Villa zu sehen. Vor der Villa erstreckt sich der englische Rasen, dahinter das Wassertheater mit Statuen und Springbrunnen. In der Mitte verläuft die Lorbeerallee, die zum Uhrturm führt, und links ist der Fischteich mit dem Zitronenhain zu sehen. Um den Garten herum liegen Olivenhaine.

Villa Reale

Eine Umfassungsmauer, die fast so lang ist wie die Stadtmauer von Lucca, 16 Hektar Parklandschaft, die an einem steilen Hang angelegt ist, und mehrere Gebäude bilden die architektonische Promenade des Parks der Königlichen Villa.

Der Seiteneingang, der vom Halbmond der Stallungen ausgeht, lädt dazu ein, den kleinen Wald zu betreten und nach und nach alle verborgenen Winkel des Parks zu entdecken.

Der Weg verläuft entlang eines Baches und folgt der Kamelienallee mit ihren kleinen Wasserfällen, Brücken und Becken im orientalischen Stil. Ein kleiner Hügel, den man über einen spiralförmigen Pfad erklimmen kann, bietet einen Panoramablick über den Park. Im Sommer umweht der Duft von Glyzinien und Linden den kleinen Musikpavillon. Der Teich, der den tiefsten Punkt des Parks einnimmt, spiegelt die kompakte Form der Villa und die gesamte malerische Kulisse aus Grashang und Baumkronen wider. Rechts führt der Weg hinauf zur Bischofsvilla mit ihrem Nymphäum und dem kleinen italienischen Garten am Fuße der Terrasse vor der Villa. Ein großes Zitronenhaus und der Innenhof zeugen von der ursprünglichen landwirtschaftlichen Nutzung dieses Gebäudes, das sich so harmonisch in den Park einfügt. Gleich dahinter lädt Pans Grotte, das große, mit kleinen Steinen, Glas und Gusseisenblöcken verzierte Nymphäum, dessen Wasserspiele noch immer in Betrieb sind, zum Verweilen ein und erinnert an eine natürliche Grotte.

Eine seitliche Treppe führt zum Jugendstilgarten, dem letzten architektonischen Element, das in der weitläufigen Parkanlage errichtet wurde, wo die traditionellen Kamelien durch exotischere Seerosen und Bougainvilleen ersetzt wurden.

Schließlich erreichen wir die Villa, wo der Weg an Reiz gewinnt. Schlag auf Schlag eröffnen sich uns hinter jedem Tor unerwartete Perspektiven, wie in einem Fantasiespiel: die Architektur des großen Fischteichs, die Lorbeeralleen, der Zitronengarten, das in Buchsbaum gehauene grüne Theater, der Springbrunnen, das Wassertheater und schließlich die Villa selbst. Ein kompakter und vergleichsweise zurückhaltender Bau, der jedoch von unzähligen Öffnungen durchbrochen wird.

Bildnachweis: R. Giomi / G. Panico